Bauvorhaben und Naturschutz
Eine Checkliste
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6.2. Entwicklungspflege

Die Entwicklungspflege umfasst Maßnahmen, die notwendig sind, um die Vegetationsentwicklung zu lenken und unerwünschte Konkurrenz- und / oder Problemarten zu entfernen.
 
6.2.1. Allgemeines
a) Eine gezielte Entwicklungspflege, die sich von den späteren Unterhaltsmaßnahmen unter­scheiden kann, ist in den ersten drei bis fünf Jahren notwendig.
b) Die Pflegemaßnahmen (zB Schnittzeitpunkt und -häufigkeit) sind an die Entwicklung der Vegetation anzupassen.
c) Bei größeren Bauvorhaben ist die Erstellung eines Begrünungs- und Pflegekonzepts sinn­voll, das die erforderlichen Maßnahmen festlegt.
 
6.2.2. Entwicklungspflege Grünland
a) „Schröpfschnitte“ (Säuberungsschnitte) in der Entwicklungsphase, um das Aufkommen unerwünschter Arten zu verhindern.
b) Aushagerungsschnitte – also häufigere Mahd ohne Düngung und mit Entfernung des Mähgutes – um nährstoffarme Standorte zu entwickeln.
c) Weideflächen in den ersten drei Jahren nicht beweiden, sondern durch eine Mahd pfle­gen (allenfalls auszäunen).
d) Bei Pflegeschnitten auf eine Schnitthöhe von mindestens 10 cm achten, um eine Schä­di­gung von Keimlingen und Rosetten zu verhindern.
e) Tierschonende Mähgeräte einsetzen (Messerbalken und Motorsense, keine Kreisel- und Schlegelmäher).
f) Anfallendes Pflanzenmaterial von der Fläche abführen, um eine unerwünschte Nähr­stoff­an­reic­her­ung zu verhindern.
g) Problempflanzen wie Stumpfblättriger Ampfer oder Alpenampfer und Neophyten gezielt zurückdrängen. Dies ist in der Anfangsphase oft noch manuell mit vertretbarem Aufwand möglich.
 
6.2.3. Entwicklungspflege Wald / Gehölze
a) Ausmähen der Gehölze.
b) Schutzmaßnahmen gegen Wildverbiss.
c) Baumstützungen bei Heistern.
d) Im Siedlungsraum bei dünnborkigen Arten Sonnenschutz (zB weißer Anstrich mit spe­ziel­ler Baumfarbe).
e) Erziehungsschnitt bei Obstbäumen, falls notwendig auch bei Bäumen im Sied­lungs­ge­biet.
f) Entfernung kranker Triebe (zB Schwarzer Schneeschimmel bei Fichten im Gebirge).
g) Neophyten zurückdrängen.


Fotos
 
Pflegemaßnahmen in den ersten Jahren stellen sicher, dass sich die gewünschten Arten entwickeln können. Im Bild überwucherte Sträucher. In den ersten Jahren sind gezielte Pflegeeingriffe (Schröpfschnitte) wichtig, um die Entwicklung der Vegetation zu steuern, insbesondere um Problempflanzen zurückzudrängen. Siedeln sich Problemarten wie beispielsweise Stumpfblättriger Ampfer an, sind gezielte Pflegemaßnahmen wichtig. Baumstützungen und Baumschutz bei neu gepflanzten Bäumen.
Pflegemaßnahmen erfolgen möglichst nicht durch Mulchgeräte (im Bild rechts) oder Kreiselmähwerke, sondern durch Balkenmäher.


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